| Die antike Technik des Rakus in Synergie mit "Terra Sigillata" in der Keramik von Luisella Giobbi Alda Fogliani Luisella Giobbi hat etliche Jahre ihres Lebens danach gesucht, ihre starken, inneren Emotionen konkret verwirklichen zu können. Ja, man könnte sagen, eine krampfhafte Suche, welche sie schliesslich zu den Anfängen ihrer Kreationen führte: den Rohstoffen zu Leben verhelfen. Ihr Kunsthandwerk entsteht den auch durch eine weise, durchdachte Verarbeitung von Erde, Wasser, Feuer und Luft. Bevor der Künstler arbeiten kann, muss er der Materie Kraft einflössen, müssen Formen, Farben, Patina gefunden, kreiert werden. Die Arbeit kann ruhig mit der eines Alchimisten verglichen werden, ausgeführt unter konstanter Anspannung von den langsamen Abklärungen des selbst gesammelten, tonhaltigen Erde, um die Terra Sigillata herzustellen. Sobald sie mit dem richtigen Feingefühl den Ton modelliert hat, entstehen im Ofen immer einzigartige Schöpfungen, unwiederholbare Stücke, glühend aus dem Ofen gezogen, um ein weiteres Mal eine alchimistische Prozedur vollziehend, in einem Meer von Sägemehl (so rein als möglich) oder dürren Blättern getunkt zu werden. Es sind sehr alte, ja altertümliche Techniken, die hinter dem Raku stehen. Luisella ist speziell auf die von ihr erzielten Farben stolz, insbesondere auf "ihre" sehr speziellen Farbe "orange". Weder ist sie in einer Dose noch vorfabriziert in einer Tube im Spezialgeschäft erhältlich. Nur Mutter Natur kann sie ihr liefern und dank ihrer alchimistischen Fähigkeiten und durch stetes Sammeln von Erde, überall und immer wieder, kann sie di Farben kreieren. "Der Ton ist eine magische Materie. In der Tat, wenn man ihn mit Freude und Liebe bearbeitet, kommt uns seine Plastizität entgegen. Indessen, wenn er schlecht behandelt oder zu sehr bearbeitet wird, zerflattert oder zerfällt er. Diese spezielle Magie ist beim 2. Brand noch spürbarer, wenn die Farben und Glasuren Leben und Licht annehmen" erklärt Luisella. Diese Unternehmungslust mit der Keramik beeinflusst und beinhaltet ihr ganzes Leben. Sie reflektiert sich in ihrem Haus und in ihrer ganzen Zeit, wenn sie nicht ihrer weltlichen Arbeit nachgeht, jene, die ihr das tägliche Brot garantiert. Besucht man ihr Haus / Atelier an der Via Greina 20 in Bellinzona ist leicht das Mass und die Bedeutung, die das Leben einer Künstlerin beinhalten, wahrnehmbar. Die Kunst von Luisella Giobbi ist keine traditionelle im Sinn eines Keramikers oder Töpfers, der Objekte des täglichen Lebens kreiert. Auch wenn sie die Technik des Drehens an der Töpferscheibe kunstvoll beherrscht, hat sie keine besondere Vorliebe dafür. Ihre Kreationen (Schalen, Vasen, Kugeln, etc.), mit der Raku-Dolce-Technik vollendet, werden von ihr als "Stücke von sich selbst" bezeichnet. Sie fertigt sie vorwiegend mit der Platten. Oder Wulsttechnik an. Luisella Giobbi hat in jahrelanger Suche die Jahrtausende der Geschichte der Menschheit erforscht, um die Geheimnisse der verschiedenen Systeme von Tonverarbeitung zu erforschen und zu entdecken. Viele Begegnungen mit professionellen Keramikern haben ihr dabei geholfen. Gleichzeitig hat sie mit fast fieberhafter Leidenschaft experimentiert. Nie hat sie sich durch di unvermeidbaren Rückschläge aufhalten lassen und so sind ihre Kenntnisse und Entdeckungen immer mehr gewachsen. Mit ihrer Kunst, darunter Motive der Griechischen Inseln (die Wiege unserer Kultur) mit ihren typischen Profilen, mit den klaren Farben, dem Türkis aus den Tiefen des Meeres, mit der lebenden Erde, teilweise tief vom Feuer gezeichnet, will Luisella Giobbi dem Geniesser Ihrer Werke von den engen Bindungen zwischen Mensch und Natur erzählen. Eine Bindung, welche Luisella intensiv lebt und mit ihrer Kunst mitteilen und darstellen will. Kunstwerke, die gänzlich ohne Hilfsmittel entstehen, und nur, wie bereits erwähnt, durch die ursprünglichsten Elemente: Erde, Wasser und Feuer geformt und kreiert werden. "Die Natur inspiriert mich, weil Sie ein Teil meiner Seele, meiner Sensibilität ist und es ist wahrscheinlich die Natur von der ich umgeben bin, welche meine Sinne und mein Sein geschärft hat". Ihre eigene Ausstellung war ein wichtiger Meilenstein für ihre künstlerische Entwicklung, die wohl kaum je abgeschlossen wird, denn es ist auch Luisella Giobbis Wunsch, immer wieder neue Horizonte zu entdecken. "Der 'forschende' Charakter in allen Formen der Keramik, kreativ und experimentell, macht uns deutlich, dass es im Gebrauch von Materialien, wie im Leben, keinerlei Limiten gibt." |
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